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Skurrile Essgewohnheiten in Ägypten
Ich habe mich vor Kurzem mit anderen Ausländern in Ägypten darüber unterhalten, wie skurril die Essgewohnheiten der Ägypter doch sind. Dabei sind wir fast alle zu dem gleichen Ergebnis gekommen: ungesund, fettig und gewöhnungsbedürftig.
Natürlich gilt das alles nicht generell für die ägyptische Küche. Aber es gibt einige Dinge, die ein europäischer Magen so nicht kennt. Hier meine Top 10 der ägyptischen Essgewohnheiten:
1. Chipssemmel:
Chips gehen bei vielen Ägyptern als Beilage durch zu Fisch, Fleisch, Hühnchen und Gemüse. Ich kenne Familien, da steht zum Essen grundsätzlich ein Teller voll Chips mit am Tisch. Der absolute Höhepunkt für mich ist aber die Chipssemmel. Man nehme ein Weißbrot, schneide es auf und gebe eine Minitüte Chips hinein. Ein ganz ähnliches Prinzip ist das Pommesbrötchen. Sogar in den kleinen Garküchen gibt es das zu kaufen. Diese “Sandwich Patates” esse ich mittlerweile sogar gerne, wenn noch Salat und Tahinasoße mit im Fladenbrot ist. Man gewöhnt sich tatsächlich an Kartoffeln im Brot^^. Gibt’s übrigens auch mit kalten Stampfkartoffeln.
2. Wassermelone mit Fetakäse und Brot:
Diese Kombination gibt es eigentlich nur im Sommer. Dann mag es, rein logisch betrachtet, auch seine Berechtigung haben. Bei der Affenhitze in Ägypten wird dem Körper alles geliefert, was er braucht. Mein Geschmack ist dieses Gericht aber nicht. Ich esse lieber ein Käsebrot und dann als Nachspeise Wassermelone.
3. Ketchup zu allem:
Und wirklich zu ALLEM. Ich habe schon viele Ketchup-Kombis gesehen, die wären mir nicht im Traum eingefallen: auf dem Chipsbrötchen, zu Pizza und Fisch. Es gibt keine Pizzeria, wo kein Ketchup auf dem Tisch steht und wenn man sie liefern lässt, bekommt man je Pizza mindestens 5 Portionspäckchen mitgeliefert. Ganz harte geben noch Mayo mit auf die Pizza.
4. Kartoffeln sind eine Gemüsebeilage …
… und keine Sättigungsbeilage, so wie wir das in Deutschland kennen. Hier gibt es zum Beispiel Kartoffeln mit Tomaten, Zwiebeln und Tomatensoße, im Ofen gebacken. Und dazu isst man Reis und Fladenbrot. Nur mit Kartoffeln und zum Beispiel Huhn dazu, wäre das Gericht unvollständig.
5. Butterschmalz in großen Mengen:
Viele Gerichte schwimmen in Fett. Fleisch und Hühnchen wird beispielsweise zuerst gekocht (gibt eine leckere Suppe!) und anschließend in viel Butter noch einmal in der Pfanne gebraten. Suppen, wie Bamya, Molokhaya und rote Linsensuppe bekommen ein paar extra Löffel voll Butter. Oft wird auch feingehackter Knoblauch und gemahlener Koriander in sehr viel Butter frittiert und dann in diese Speisen gegeben. Aus Fladenbrot (Aish Balady) macht man auch gerne Croutons. Das Brot wird in Stücke gerissen und dann in sehr viel Butter knusprig gebacken. Schönen Gruß an die Aterien
.Eklig finde ich in dem Zusammenhang den Geruch, wenn die Butter vom Bauern zu Hause dann in ganz großen Töpfen so lange geköchelt wird, bis sie klar ist. In meiner ersten Schwangerschaft war das besonders gemein.
6. Koshari:
Das Wort fand ich schon so witzig, als ich ganz frisch in Ägypten war. Die Mischung dieses Nationalgerichts ist für Europäer auch witzig. Doch es schmeckt, macht unheimlich satt und besteht aus: Nudeln, Reis, dunkle Linsen, Tomatensoße, Röstzwiebeln und Kichererbsen. Man kann noch Zitronensaft darüber träufeln und eine extrem scharfe Soße dazugeben. Alles wird in der genannten Reihenfolge im Teller oder im Plastikbecher geschichtet. Lecker!
7. Eingelegtes Gemüse:
Man nennt sie hier “Torschi” oder “Makhalil”. Es gibt eingelegte Karotten, Sellerie, Oliven, Gurken, Zwiebeln … also ganz normale Mixed Pickles. Etwas ungewohnt für mich sind die eingelegten Limonen, die aber in jeder Mischung mit drin sind.
Normalerweise kauft man diese Torschi nicht im Glas. Fast jeder Supermarkt hat mehrere Eimer im Laden stehen, wo das Gemüse eben in seinem Essigsud schwimmt. Man sagt dem Verkäufer, wie viel man wovon möchte und der füllt das Gewünschte dann in kleine Plastikbeutel ab.
8. Tauben:
Tauben sind eine Spezialität in Ägypten. Ich kenne es nur, dass man sie zu besonderen Anlässen macht oder wenn wichtiger Besuch kommt. Gefüllt werden sie mit einer Mischung aus Reis, Kräutern und manchmal auch mit den gehackten Innereien der Taube.
Auf vielen Hausdächern sieht man hier Taubenschläge. In den Straßen sitzen Frauen mit Käfigen und verkaufen sie ganz frisch. Das heißt, man sucht ich die noch lebenden Tiere aus, die dann geschlachtet werden.
Die Ägypter sind übrigens der Meinung, dass Tauben die Potenz steigern. Deswegen ist es fast immer ein Gericht, dass ein frisch vermähltes Brautpaar an den Tagen nach der Hochzeit von der Familie bekommt.
9. Foul:
Ich habe nie gedacht, dass braune Bohnen SO lecker schmecken können. Foul ist ein Bohnengericht, das mir nur von den Garküchen schmeckt. Es sind extrem weichgekochte Bohnen, die mit Tahinasoße, Zitrone, Koriander und anderen Gewürzen abgeschmeckt wird. Gegessen wird es meistens in einem Fladenbrot.
10. Fesikh
Das habe ich selbst noch nie gegessen, weil sich mein Magen schon umdreht, wenn ich es nur rieche. Es ist eine Art vergorener Fisch. Gegessen wird er meistens zur Osterzei mit Frühlingszwiebeln und eingelegtem Gemüse.
Ich kann das nicht essen. Eine etwas leichtere Alternative ist “Ringa”.
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Kairo ist ein großer Zoo
Kairo ist eine gigantische Großstadt. Die Einwohner können nur geschätzt werden. Aktuell geht man von 8 Millionen Menschen in der Stadt und 17 Millionen im Großraum Kairo aus. Das sind aber nicht die einzigen Bewohner hier. Man kann nur staunen darüber, wie vielen Eseln, Pferden, Mulis, Schafen, Ziegen und freilaufenden Hühnern man in ägyptens Hauptstadt begegnet.Selbst ich war erstaunt, als ich gegenüber meiner neuen Wohnung vom Balkon geschaut habe. Da leben direkt gegenüber auf dem Flachdach, das die Größe meines Wohnzimmers hat, eine Schafherde, ein Stall voll Hühner, ein paar Gänse, wenige Enten und ein deutscher Schäferhund, der auf die Großstadtfarm aufpasst. So wird man in Kairo beinahe zum Selbstversorger.
Als ich frisch in Ägypten war, habe ich immer die Kamele gesucht. Ich war felsenfest überzeugt, dass es die in Ägypten geben muss. Mittlerweile weiß ich, dass man sie nur im Zoo (Mein Lieblingskamel dort heisst übrigens Sarah) und bei den Pyramiden trifft. In den Touristenstädten kann man auch bunt geschmückte Kamele sehen und, wenn man mutig genug ist, darauf reiten.
Aber auch in den chaotischen Straßen kairos sieht man viele Tiere. Für den Transport von Gemüse, Obst, Schrott, Abfall, Gasflaschen und Menschen zum Beispiel kommen meistens Esel zum Einsatz. Anfangs war dies ein befremdlicher Anblick für mich, die Karren in den überfüllten Straßen zu sehen. Aber man gewöhnt sich an alles- auch an die unzähligen Straßen- oder Treppenhauskatzen und die vielen Straßenhunde, die nachts im Rudel kläffend durch die Straßen ziehen.
Woran ich mich leider nie gewöhnen kann, ist die Art, wie eine Großzahl der Ägypter mit den Tieren umgeht. Sie werden nicht nur nicht artgerecht gehalten, sondern sehr oft auch regelrecht gequält. Das kann man nicht entschuldigen, selbst nicht mit einem geringen Bildungsstand und sehr großer Armut. Da ist noch Nachholbedarf!
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Das Leben in Ägypten ist kein Zuckerschlecken mehr
Seit der Revolution ist nichts mehr, wie es war. Das wird mir alle paar Tage besonders bewusst, wenn ich Nachrichten sehe oder Zeitung lese. Proteste werden gewaltsam zerschlagen, Straßen sind wegen der fehlenden Polizeipräsenz immer noch unsicher, der Drogenhandel blüht hervorragend und wir trauen und bald schon eineinhalb Jahre nicht mehr mit dem Taxi die Ringroad zu nehmen, obwohl das meistens der viel schnellere Weg wäre.
Auch heute gibt es schlimme Nachrichten. Ein Schlägertrupp tötete mehrere Demonstranten, die vor dem Verteidigungsministerium gegen den regierenden militärrat protestiert hatten. Die Situation eskaliert mal wieder. Wenn ich die Bilder sehe, kann ich kaum glauben, dass das nur wenige Kilometer Luftlinie von hier weg ist.
Seit den frühen Morgenstunden müssen dort Zivile Trupps mit Gewehren, Schlagstöcken, Pistolen und Brandbomben auf die Demonstranten losgegangen sein. Erst mittags mischte sich das Militär ein.Protestiert wird diesmal, weil einige Politiker nicht für die Präsitentschaftswahl zugelassen werden. Seit einigen Tagen kommt es deshalb immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen.
Ich begrüße es zwar auch, dass der Kandidat der salafistischen Partei nun nicht kandidieren darf, ein Recht, zu demonstrieren sollte es in einer jungen Demokratie aber trotzdem geben.
Ich bin gespannt, wie die Wahl am 23. Mai ausgeht und was der Militärrat danach vorhat. Hoffen wir das Beste…
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Abenteuer Bazar in Ägypten
Was wäre Kairo ohne seine unzähligen Souqs? Mein absoluter Favorit unter den Bazaren ist Attaba. Er ist mit der Metro zu erreichen und bietet wirklich alles, was das Herz begehrt – inkl. Menschenmassen, Marktschreier, tanzende, trommelnde und singende Händler, Farben, Düfte und Gezanke.
Es ist sicherlich kein Souq, in den sich normalerweise die Touristen verirren. Den findet man einige Straßen weiter beim berühmten Khan el Khalili. Die Gassen, Läden und Auslagen lassen sicherlich an die alten Bazare von früher zurückdenken. Die Preise und der viele Touri-Kitsch lassen mich hingegen eher gruseln. Da gibt es kitschige Stoffkamele, Pharaonenhandtücher, gefälschte Papyrus und jede Menge Staubfänger, die mit Ägypten eher wenig zu tun haben.
Wer sich weiter rein wagt in die Gassen, der wird belohnt. Dort warten Handwerksbetriebe, bei denen man auch mal den Handwerkern über die Schulter gucken darf, kleine Teehäuser und Waren, die auch die Ägypter kaufen. Die Preise sind zwar deutlich günstiger, als auf dem vom Tourismus geprägten Markt, dennoch darf man noch einmal sein Verhandlungstalent unter Beweis stellen. 30-50 % vom Anfangspreis sollten auf einem Ägyptischen Bazar locker drin sein, wenn man als Tourist verhandelt.
Es ist sehr hilfreich, wenn man zumindest die Zahlen auf Arabisch kann. Dann ist man in der Lage, die Preisschilder zu lesen und wird nicht so einfach übers Ohr gehauen.
Hier die ersten arabischen Zahlen und wie man sie ausspricht:
0 ٠ siro oder siffr
1 ١ wahed
2 ٢ itnen
3 ٣ taläta
4 ٤ arba’a
5 ٥ khamsa
6 ٦ sitta
7 ٧ saba’a
8 ٨ tamanya
9 ٩ tessa’a
10 ٠ ١ asheraViel Spaß in Kairo oder anderswo in Ägypten!
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Mein Ägypten-Blog für Sie
Wie kann man Ägypten beschreiben? Ganz bestimmt gibt es unendlich viel über das Land und seine Leute zu erzählen. Da gibt es zahlreiche Vorurteile, aber auch ganz viele unvergleichliche Fakten, die erzählt werden wollen.
Die Ägypter haben eine ganz eigene Mentalität. Auch Regional unterscheiden sie sich nochmals. Da gibt es Alexandria, Kairo, Sinai, Hurghada, Oberägypten, Sharm el Sheikh und andere Orte, deren Bewohner einzigartig und liebenswert sind. Manchmal empfindet man sie vielleicht als anstrengend, dennoch ist die Mentalität anziehend, sympatisch und charmant.
Wer das Wort Ägypten hört, der denkt vielleicht auch an die Pyramiden, das Rote Meer, die Bibliothek in Alexandria, unzählige Moscheen, die alten Pharaonen, islamische Geschichte, Falafel, das Ägyptische Museum, den Tahrirplatz, Shai, Shisha, Habibi, Korallenriffe, Wüste, Revolution, Koshari, Souqs und halsbrecherische Taxifahrer. Wer schon einmal hier war, wird jetzt vielleicht bei vielen Begriffen zustimmend genickt haben.
Ägypten ist vielseitig. Entlang seiner Lebensader, dem Nil und an den Küsten von Mittelmeer und Rotem Meer gibt es vieles zu entdecken. Manchen Ausländer hat es hierher verschlagen und er hat sich verliebt in den Trubel, die Menschen, das Land und die vielen Kleinigkeiten, die es so liebenswert machen. Ich gehöre zweifelsohne dazu, denn ich lebe nun seit sechs Jahren in der Millionenmetropole Kairo. Ich möchte in diesem Blog berichten über Erlebnisse, Sehenswürdigkeiten, den Alltag, das Leben und aktuelle Ereignisse. Ich teile meine Erfahrungen, Fotos und die leckersten Kochrezepte, verrate Geheimtipps und räume mit Vorurteilen auf. Manches davon kennen Sie vielleicht schon, anderes ist neu. Einiges wird sich mit Ihren Erfahrungen decken und vieles ist allein mein Empfinden.
Ich lade Sie ein, zu einer Reise in meine Welt- Kairo.
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