• Damals und heute in Alexandria

    Alexandria - Corniche with crashing wave

    Alexandria wurde 331 v.Chr. Von Alexander dem Großen gegründet. Er erkannte die günstige Lage am Mittelmeer und ließ hier einen Hafen erbauen. Unter den Griechen war Alexandria eine kosmopolitische Stadt. Zu Cäsars und Kleopatras Zeit unter den Römern glänzte Alexandria mit zahlreichen Palästen, Bädern und einer berühmten Bibliothek und war dadurch eine der schönsten Metropolen des Altertums.

    Glanz und Glorie der Vergangenheit

    Heute ist vom Glanz längst vergangener Zeiten kaum noch etwas übrig. Einen weltbekannten Namen machte sich Alexandria wegen der Gelehrtenkolonie „Museion“, wegen der weltberühmten Bibliothek mit über 900 000 Schriftrollen und nicht zuletzt wegen des 180 Meter hohen Leuchtturms auf der Insel Pharos. All dies gibt es heute aber leider nicht mehr.

    In Alexandria versammelte sich die Elite der Gelehrten und Forscher. Das verdankte die Stadt nicht zuletzt der riesigen Bibliothek, die Mittelpunkt der Forschungsstätte war. Berühmtheiten wie Euklid und Archimedes arbeiteten, lebten und lehrten hier. Genau hier war es, dass man zum ersten mal in der Geschichte dokumentierte, dass es sich bei der Erde um eine Kugel handelt und dass diese sich um die Sonne dreht. Der Astronom Eratosthenes war es, der den Erdumfang ausrechnete und dabei auf 40 000 km kam.

    Library of Alexandria

    Im 3. Jahrhundert war es der römische Kaiser Carcalla, der sich an den teils recht aufmüpfigen Gelehrten rächen wollte. Er hob die Akademie auf, ließ viele der jungen Männer töten und teilte die Stadt in zwei Hälften auf. Ab dieser Zeit ging es mit Alexandria rapide bergab. Christen taten sich dabei besonders hervor. Der Patriarch Kyrillus zum Beispiel machte sich aufgrund einer beispiellosen Judenvertreibung einen Namen und ließ 415 n.Chr. Die heidnische und berühmte Wissenschaftlerin Hypathia vom Pöbel steinigen. Damit war das Ende von Alexandria als Forschungsstätte besiegelt und künftig waren es nur noch Theologen verschiedener Konfessionen, die die wissenschaftliche Arbeit prägten.

    Alexandria verlor an Bedeutung

    Das siebte Weltwunder, der Leuchtturm von Pharos wurde bei Erdbeben im 14. und 15. Jahrhundert so stark beschädigt, dass Sultan Quait Bay das Baumaterial anderweitig verwenden ließ. Die Zitadelle wurde erbaut. Generell verlor Alexandria immer mehr an Bedeutung. Das ging so weit, dass 1798 bei Napoleons Eroberung nur noch rund 5 000 Einwohner dort lebten.
    Die Engländer nahmen 1801 Alexandria ein. Im Zuge der Eroberungsmaßnahmen wurde die Landenge durchstochen, die das Meer und den Mareotis-See voneinander trennte. Seither handelt es sich dabei um einen Salzwassersumpf, der nicht mehr als Trinkwasserquelle zu verwenden ist.

    Von 1819 bis 1823 ließ Mohammed Ali den Mahmudija-Kanal anlegen. Es arbeiteten ca. 350 000 Menschen an dem Kanal. Davon starben 60 000 an Epidemien und Hunger.
    Durch diese Verbindung der Stadt zum Nil konnte sie erneut wachsen und der Hafen von Alexandria gewann an Bedeutung. Alexandria hatte wieder eine geradezu unerschöpfliche Trinkwasserquelle. Die Stadt konnte sich wieder an die Weltspitze der Metropolen entwickeln.

    Bevor der Flugverkehr an Bedeutung gewann, war der Hafen von Alexandria das Tor zu Europa. Hier liefen jedes Jahr mehr als 2000 Schiffe ein. Selbst heute noch laufen bis zu 60% des In- und Exports des Landes über diesen Hafen.

    Alexandria harbour (February 2007)

    Alexandria heute

    Heute leben etwa 5,5 Millionen Menschen in Alexandria. Davon sind etwa 60 000 Italiener und Griechen. Das zeigt, wie mediterran die Stadt geprägt ist. Generell kann man beobachten, dass Alexandria ein ganz anderes Flair als Kairo und das restliche Ägypten ausstrahlt. Die Menschen sind kosmopolitischer.

    Die Stadt ist vergleichsweise gepflegt. Wer hier verweilt, sollte die Corniche entlangwandern und die Stimmung Alexandrias in sich aufnehmen. Diese Strandpromenade ist etwa 18 km lang. Die wichtigsten Einkaufsstraßen befinden sich rund um das Zentrum beim Midan Saad, um den Ramla-Bahnhof, dem Tahrir und den Midan Orabi. Bemerkenswert ist das quirlige und bunte Nachtleben der Stadt.

    Alexandria at Night

    Im Sommer ist Alexandria ein sehr beliebtes Urlaubsziel für Ägypter. Vor allem aus Kairo kommen sehr viele Familien, um in Alexandria Urlaub zu machen. Die beste Reisezeit ist deswegen außerhalb dieser turbulenten Zeit, wenn in Ägypten Sommerferien sind.

    Sehenswürdigkeiten in Alexandria

    Monumente der Vergangenheit gibt es in Alexandria nur sehr spärlich. Sehenswert ist aber in jedem Fall das griechisch-römische Museum, das Schmuckmuseum, das römische Theater „Kom el Dik“, die Pompejussäule, die Katakomben von Kom el Shukafa, die Felsengräber, der Ras el Tin Palast, der Montaza Palast und die Moscheen von Sidi Abu el Abbas und Ibrahim Terbana.

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