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Der Ägyptenblog

Posts Tagged ‘Küche’

  • Ägyptisches Rezept: Babaghanug und Tahina-Soße

    Ägyptisches Rezept Babaghanug (Mezze)

    Babaghanug ist ein leckeres „Mezze“ Rezept aus Ägypten. Mezze wird als Vorspeise oder Beilage auf kleinen Tellern gereicht. Man kann sie aber auch als eigenständige Mahlzeit betrachten.
    Es gibt zahlreiche Rezepte, die als Mezze bezeichnet werden können: Dazu gehören zum Beispiel gefüllte Weinblätter, Tabuli, Hummus bil Tahina, Sambusak, eingelegtes Gemüse und eben Babaghanug. Man isst meistens mehrere dieser kleinen Gerichte mit Aish Balady (ägyptisches Fladenbrot). Oft gibt es dazu auch Tamaya. In ägyptischen Restaurants bekommt man Babaghanug aber auch zu Fisch, Kofta und Kebab.

    Rezept für Babaghanug

    1 kg Auberginen (die große, dunkle Sorte – „Bittingan Rumi“)
    1 EL Zitronensaft (bzw. Limone)
    1-2 Tassen Tahina-Soße (Siehe unten)
    1 EL fein gehackte Petersilie
    1 EL Öl

    Die Auberginen werden zunächst in der Schale auf einer offenen Flamme des Gasherds geröstet. Wenn der Saft beginnt auszutreten, dann dreht man das Gemüse um.
    Man kann das aber auch sehr gut im Backofen machen. (VORSICHT: Ich habe beim ersten Mal die Auberginen im Backofen gebacken und sie explodieren! Das Backofenlämpchen wurde in tausend Einzelteile zerschossen. Deswegen: Mit einem Messer die Aubergine ein paar Mal einstechen, wenn man dies macht.)
    Backen oder Rösten dauert etwa 90 Minuten, bzw. so lange, bis die Auberginen weich sind.
    Sofort in kaltes Wasser mit Zitronensaft tauchen. Dadurch erhält sich die Farbe.
    Die Aubergine abkühlen lassen und dann die Haut abziehen, Saft etwas ausdrücken und das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken, bis eine Paste entsteht.
    Tahina-Soße und Petersilie hinzufügen und gut mischen. Anschließend etwas Öl (zum Beispiel Olivenöl) darüberträufeln.

    Rezept für Tahina-Soße

    1 Tasse Tahina
    1,5- 2 Tassen Wasser
    2 TL Zitronensaft (bzw. Limone)
    Salz
    1 TL Essig
    0,5 TL gemahlener Kreuzkümmel

    Eine oder mehrere dieser Zutaten kann man hinzufügen, wenn man möchte:
    1 kleine feingehackte Zwiebel
    3-5 zerdrückte Knoblauchzehen
    Etwas Chili
    fein gehackte Petersilie

    Tahina, Wasser, Zitronensaft, Salz und Essig mischen und so lange rühren, bis eine glatte „Soße“ entsteht. Dann eine der optionalen Zutaten hinzugeben.

    Bil Hana wal Shefa – guten Appetit!


    2012.07.02 / 2 responses / Category: Essen, Home

  • Skurrile Essgewohnheiten in Ägypten

    Ich habe mich vor Kurzem mit anderen Ausländern in Ägypten darüber unterhalten, wie skurril die Essgewohnheiten der Ägypter doch sind.  Dabei sind wir fast alle zu dem gleichen Ergebnis gekommen: ungesund, fettig und gewöhnungsbedürftig.

    Natürlich gilt das alles nicht generell für die ägyptische Küche. Aber es gibt einige Dinge, die ein europäischer Magen so nicht kennt.  Hier meine Top 10 der ägyptischen Essgewohnheiten:

    1. Chipssemmel:

    Chips gehen bei vielen Ägyptern als Beilage durch zu Fisch, Fleisch, Hühnchen und Gemüse. Ich kenne Familien, da steht zum Essen grundsätzlich ein Teller voll Chips mit am Tisch. Der absolute Höhepunkt für mich ist aber die Chipssemmel. Man nehme ein Weißbrot, schneide es auf und gebe eine Minitüte Chips hinein.  Ein ganz ähnliches Prinzip ist das Pommesbrötchen. Sogar in den kleinen Garküchen gibt es das zu kaufen. Diese “Sandwich Patates” esse ich mittlerweile sogar gerne, wenn noch Salat und Tahinasoße mit im Fladenbrot ist. Man gewöhnt sich tatsächlich an Kartoffeln im Brot.  Gibt’s übrigens auch mit kalten Stampfkartoffeln.

    2. Wassermelone mit Fetakäse und Brot:

    Diese Kombination gibt es eigentlich nur im Sommer. Dann mag es, rein logisch betrachtet, auch seine Berechtigung haben. Bei der Affenhitze in Ägypten wird dem Körper alles geliefert, was er braucht. Mein Geschmack ist dieses Gericht aber nicht. Ich esse lieber ein Käsebrot und dann als Nachspeise Wassermelone.

    3. Ketchup zu allem:

    Und wirklich zu ALLEM. Ich habe schon viele Ketchup-Kombis gesehen, die wären mir nicht im Traum eingefallen: auf dem Chipsbrötchen, zu Pizza und Fisch. Es gibt keine Pizzeria, wo kein Ketchup auf dem Tisch steht und wenn man sie liefern lässt, bekommt man je Pizza mindestens 5 Portionspäckchen mitgeliefert. Ganz harte geben noch Mayo mit auf die Pizza.

    4. Kartoffeln sind eine Gemüsebeilage …

    … und keine Sättigungsbeilage, so wie wir das in Deutschland kennen. Hier gibt es zum Beispiel Kartoffeln mit Tomaten, Zwiebeln und Tomatensoße, im Ofen gebacken. Und dazu isst man Reis und Fladenbrot. Nur mit Kartoffeln und zum Beispiel Huhn dazu, wäre das Gericht unvollständig.

    5. Butterschmalz in großen Mengen:

    Viele Gerichte schwimmen in Fett. Fleisch und Hühnchen wird beispielsweise zuerst gekocht (gibt eine leckere Suppe!) und anschließend in viel Butter noch einmal in der Pfanne gebraten. Suppen, wie Bamya, Molokhaya und rote Linsensuppe bekommen ein paar extra Löffel voll Butter. Oft wird auch feingehackter Knoblauch und gemahlener Koriander in sehr viel Butter frittiert und dann in diese Speisen gegeben. Aus Fladenbrot (Aish Balady) macht man auch gerne Croutons. Das Brot wird in Stücke gerissen und dann in sehr viel Butter knusprig gebacken. Schönen Gruß an die Aterien :D .

    Eklig finde ich in dem Zusammenhang den Geruch, wenn die Butter vom Bauern zu Hause dann in ganz großen Töpfen so lange geköchelt wird, bis sie klar ist. In meiner ersten Schwangerschaft war das besonders gemein.

    6. Koshari:

    Das Wort fand ich schon so witzig, als ich ganz frisch in Ägypten war. Die Mischung dieses Nationalgerichts ist für Europäer auch witzig. Doch es schmeckt, macht unheimlich satt und besteht aus: Nudeln, Reis, dunkle Linsen, Tomatensoße, Röstzwiebeln und Kichererbsen. Man kann noch Zitronensaft darüber träufeln und eine extrem scharfe Soße dazugeben. Alles wird in der genannten Reihenfolge im Teller oder im Plastikbecher geschichtet. Lecker!

    7. Eingelegtes Gemüse:

    Man nennt sie hier “Torschi” oder “Makhalil”. Es gibt eingelegte Karotten, Sellerie, Oliven, Gurken, Zwiebeln … also ganz normale Mixed Pickles. Etwas ungewohnt für mich sind die eingelegten Limonen, die aber in jeder Mischung mit drin sind.

    Normalerweise kauft man diese Torschi nicht im Glas. Fast jeder Supermarkt hat mehrere Eimer im Laden stehen, wo das Gemüse eben in seinem Essigsud schwimmt. Man sagt dem Verkäufer, wie viel man wovon möchte und der füllt das Gewünschte dann in kleine Plastikbeutel ab.

    8. Tauben:

    Tauben sind eine Spezialität in Ägypten. Ich kenne es nur, dass man sie zu besonderen Anlässen macht oder wenn wichtiger Besuch kommt. Gefüllt werden sie mit einer Mischung aus Reis, Kräutern und manchmal auch mit den gehackten Innereien der Taube.

    Auf vielen Hausdächern sieht man hier Taubenschläge. In den Straßen sitzen Frauen mit Käfigen und verkaufen sie ganz frisch. Das heißt, man sucht ich die noch lebenden Tiere aus, die dann geschlachtet werden.

    Die Ägypter sind übrigens der Meinung, dass Tauben die Potenz steigern. Deswegen ist es fast immer ein Gericht, dass ein frisch vermähltes Brautpaar an den Tagen nach der Hochzeit von der Familie bekommt.

    9.  Foul:

    Ich habe nie gedacht, dass braune Bohnen SO lecker schmecken können. Foul ist ein Bohnengericht, das mir nur von den Garküchen schmeckt. Es sind extrem weichgekochte Bohnen, die mit Tahinasoße, Zitrone, Koriander und anderen Gewürzen abgeschmeckt wird. Gegessen wird es meistens in einem Fladenbrot.

    10. Fesikh

    Das habe ich selbst noch nie gegessen, weil sich mein Magen schon umdreht, wenn ich es nur rieche. Es ist eine Art vergorener Fisch. Gegessen wird er meistens zur Osterzei mit Frühlingszwiebeln und eingelegtem Gemüse.

    Ich kann das nicht essen. Eine etwas leichtere Alternative ist “Ringa”.

    2012.05.17 / no responses / Category: Essen